Im Herbst 2015 wurden die ersten Turnhallen als Notunterkünfte vom Berliner Senat beschlagnahmt. Der Berliner Senat hatte den  (Um-)Bau von ordentlichen und menschenwürdigen Unterkünften für Geflüchtete so lange hinausgezögert, dass er sich nun dieser Methode bediente. Dabei konnte der Senat nicht einmal die Einrichtung der Turnhallen als Notunterkünfte gewährleisten. Ehrenamtliche bauten mit Betten auf, verlegten Fußböden, berieten die oft unerfahrenen Mitarbeiter*innen und Leitungen der Unterkünfte darin, wie man ein Belegungssytem der Betten herstellen kann, bauten Bettenburgen für etwas Privatssphäre und machten lange Zeit die Essensausgabe. Einige Ehrenamtliche wurden Angestellte in den Notunterkünften. In ausnahmslos allen Fällen haben empathische und engagierte Nachbar*innen der Notunterkünfte die Menschen aus den Fluchtländern unterstützt und enge Beziehungen und Freundschaften mit ihnen entwickelt. Die Unterbringung in belebten Kiezen mit kurzen Wegen in die Innenstadt war der einzige Vorteil der Turnhallen-Notunterkünfte, der aber eigentlich nur anzeigt, dass die Unterbringung in kleineren Unterkünften im Innenstadtbereich eine von vielen Bedingungen ist für eine gelingende Integration neu angekommener Menschen. Ansonsten überwogen die für die Bewohner*innen stark an den Nerven zehrenden Nachteile wie fehlende Privatssphäre und Ruhe, Dauerlicht, zu wenig Sanitäranlagen, schlechte Essensversorgung, zu wenig und teilweise unerfahrenes oder inkompetentes Betreuungspersonal etc.

Anfang September 2016 sind die ersten Turnhallen geräumt worden und die Bewohner*innen der ehemaligen Notunterkünfte in Semtanastraße, Wichertstraße, Winsstraße und Woelckpromenade sind in eine neue Gemeinschaftsunterkunft in der Treskowstraße gezogen. Ehrenamtliche Unterstützer*innen hatten sich mit öffentlichen Briefen und Petitionen dafür stark gemacht, dass die Bewohnerschaften der Notunterkünfte zusammenbleiben können in der neuen Gemeinschaftsunterkunft, da ursprünglich die Idee bestand, junge allein reisende Männer getrennt von Familien unterzubringen. Die Bewohnerschaft war aber durch die lange Zeit des Zusammenlebens unter den prekären und schwierigen Bedingungen so zusammengewachsen, dass eine Trennung von vielen abgelehnt wurde. Die jungen Männer waren Teil der Familien geworden. Die Ehrenamtlichen aus den vier Unterstützungskreisen der NUK haben sich zusammengeschlossen in einem neuen Unterstützungskreis Treskowstraße.

Am 22.12.2016 wurde auch die Notunterkunft Malmöer Strasse leer gezogen. Erst hatten sich die ausschließlich männlichen Bewohner über die nicht mehr aushaltbare Lebenssituation in der Turnhalle und die permanente Unklarheit über den Auszug aus der Turnhalle bei Verantwortlichen beschwert, dann kam der Umzug quasi über Nacht. Drei Tage  hatten die Bewohner Zeit, ihre Sachen zu packen und sich aus der Nachbarschaft zu verabschieden. Alle Bewohner der NUK sind geschlossen in eine Unterkunft in Hohenschönhausen umgezogen. Positiv ist, dass die Betreiberfirma der ehemaligen NUK den Zuschlag für das Betreiben der neuen Gemeinschaftsunterkunft bekommen hat und somit gewachsene Bande zwischen Sozialarbeiter*innen und Bewohnern bestehen bleiben können.

Am 16.12.2016 wurde die Notunterkunft Wackenbergstrasse geschlossen. Die Bewohner*innen der Polizei-Sporthalle sind nach Karow in das neue tempo home in der Sieverstorpstraße gezogen. Die Gemeinschaftsunterkunft wird durch den Unterstützungskreis Karow und das Projekt am Stadtteilzentrum „Willkommen in Karow“ begleitet. 

Am 31.3.2017 wurde die letzte Turnhalle in Pankow in der Fritz-Reuter-Straße leergezogen. Die Bewohner*innen, die dort zum großen Teil anderthalb Jahre lebten, wurden auf Gemeinschaftsunterkünfte im Bezirk verteilt.